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Hinführung 1: Die ersten Stimmen über Tobias

Noch bevor ich Tobias kannte, hörte ich von ihm – leise, fast ehrfürchtige Bemerkungen, die mir von verschiedenen Seiten zugetragen wurden. Es begann mit der Stationsleitung seiner Station, die mir eines Tages nachdenklich begegnete, als ich über den Flur ging.

„Sie sollten ihn mal besuchen, unseren Patienten in Zimmer 42,“ sagte sie mit einer Mischung aus Staunen und Ehrfurcht. „Er sagt nicht viel, aber wenn er spricht, trifft er mitten ins Herz.“

Ich wollte gerade nachfragen, was sie damit meine, doch ein Telefonanruf unterbrach unser Gespräch. Also blieb mir nur dieser eine Satz, der sich in mir festsetzte.

 

Ein paar Tage später sprach mich ein junger Assistenzarzt an, während wir gemeinsam auf den Fahrstuhl warteten. Er wirkte erschöpft, die Augen müde von zu vielen Nachtschichten. Doch als ich nach seinem Befinden fragte, schüttelte er den Kopf.

„Wissen Sie, ich war neulich bei einem Patienten – Tobias heißt er, glaube ich. Ich wollte nur eine Routinevisite machen, aber dann hat er mir eine Frage gestellt, die mich nicht mehr loslässt.“

„Welche Frage?“

„Er fragte mich, was meine Hauptsache im Leben ist. Ich habe zuerst ‚Gesundheit‘ gesagt. Aber dann schaute er mich nur an und meinte: ‚Und, lebst du hauptsächlich?‘ Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte…“

Er schwieg einen Moment und seufzte dann. „Ich glaube, ich weiß eigentlich nicht so richtig, was meine Hauptsache ist. Und dann auch noch hauptsächlich leben. Wie das denn?“

Ähnliche Begegnungen wiederholten sich.

 

Eine Pflegekraft, die seit Jahren in der Klinik arbeitete, hielt einmal inne, als ich sie nach ihrem Dienst nach Hause gehen sah. „Er ist anders,“ sagte sie leise. „Er hört zu. Nicht nur mit den Ohren. Mit dem Herzen.“

 

Nach diesen 'zufälligen' Begegnungen wusste ich: Ich 'musste' Tobias selbst kennenlernen. Und so führte mich mein Weg schließlich auch in Zimmer 42 ...

 

 

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